Schleswig-Holstein
Musik Festival '22

Retroperspektive Johannes Brahms

Johannes Brahms

Das Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) beschließt die seit 2014 bestehende Reihe der Komponisten-Retrospektiven im kommenden Jahr mit dem in Hamburg geborenen Komponisten und Klaviervirtuosen Johannes Brahms (1833–1897).

 

Johannes Brahms verbrachte seine Kindheit und Jugend in Norddeutschland und obwohl seine Wahlheimat später die Musikmetropole Wien wurde, blieb er seinen Wurzeln stets verbunden: In Briefen an seinen Vater weiß er sich »auf Heide besser zu besinnen als auf manche Stadt«. Er bezeichnet Kiel und Düsternbrook als »wunderschön« und empfiehlt eine längere Reise durch Schleswig-Holstein, denn »das soll prächtig sein!«

 

Während Franz Schubert, Schwerpunktkomponist 2021, den Weg in die Romantik ebnete, führte Johannes Brahms jene Epoche zu ihrem Abschluss – und darüber hinaus: Seine Werke waren wegweisend für den Beginn der Moderne. Beide Retrospektiven bilden somit einen reizvollen Kontrast und laden dazu ein, musikalische Stile im Spiegel ihrer Zeit zu erforschen.

 

Das Schleswig-Holstein Musik Festival präsentiert im kommenden Festivalsommer einen Querschnitt durch das Gesamtwerk von Johannes Brahms. Das Publikum wird seine großen Sinfonien erleben wie auch seine Kammermusik. Daneben stehen aber auch moderne Adaptionen im Fokus, die das Werk von Johannes Brahms auf hochaktuelle Weise erlebbar machen.

Das Schleswig-Holstein Musik Festival präsentiert im kommenden Festivalsommer einen Querschnitt durch das Gesamtwerk von Johannes Brahms. Das Publikum wird seine großen Sinfonien erleben wie auch seine Kammermusik. Daneben stehen aber auch moderne Adaptionen im Fokus, die das Werk von Johannes Brahms auf hochaktuelle Weise erlebbar machen.

 

»›Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah‹, heißt es bei Goethe. Der aus Norddeutschland stammende Johannes Brahms schien uns in den letzten Jahren immer zu naheliegend. Doch jetzt widmen wir ihm zum Abschluss der Komponistenreihe die Retrospektive 2022. Sein Œuvre prägt die Konzertprogramme der Welt. Aber nach intensiven Diskussionen bemerkten wir, dass wir aus neuen Perspektiven auf das Schaffen und Leben von Brahms blicken können. Dabei entdecken wir ganz neue Seiten und kreative Auseinandersetzungen mit seinem Werk, denen wir im nächsten Jahr lustvoll nachspüren werden«, sagt Festivalintendant Dr. Christian Kuhnt.

Retrospektive Brahms musikalische Stile im Spiegel seiner Zeit

Janine Jansen
Portrait
künstlerin 2022

IGOR LEVIT

Eröffnung

Gute zwei Jahrzehnte trennen Johannes Brahms’ erstes und zweites Klavierkonzert voneinander. Entstanden zwischen 1878 und 1881 in Wien, ist das spätere, sehnsüchtig-nostalgische Meisterwerk eine Komposition, die ihre Zeit brauchte, um zu reifen. Es wirkt, als würden detailliert ausgearbeitete Memoiren in großen Bögen vor uns ausgebreitet – vielleicht eher als zarte, liebliche Meditationen denn als konkret formulierte Pläne und Ziele. Den Solopart übernimmt an beiden Abenden der im russischen Nischni Nowgorod geborene
Pianist Igor Levit.
Igor Levit, Klavier
NDR Elbphilharmonie Orchester
Alan Gilbert, Dirigent
 

Sonntag, 03. Juli 2022, 20:00 Uhr Lübeck, Musik- und Kongrresshalle

Veronika Eberle

Brahms
Doppelkonzert

Veronika Eberle, Violine
Steven Isserlis, Violoncello
Alessio Vicario, Klarinette Schleswig-Holstein Festival Orchestra
Omer Meir Wellber,
Dirigent & Akkordeon

Johannes Brahms:

Doppelkonzert für Violine und Violoncello a-Moll op. 102
Paul Ben-Haim: Sinfonie Nr. 1
Joe Schittino: Doppelkonzert für Akkordeon, Klarinette
und Orchester

 

 

Freitag,  19. Juli 2022,
19:30 Uhr Flensburg,
Deutsches Haus
Foto:

Dirigent
Krzysztof
Urbaski

Dirigent

Häufige Taktwechsel bei rasantem Tempo, unkonventionelle Akkordkombinationen und spektakuläre Rhythmen stellen eine immense technische Herausforderung für die Musiker dar, eine Aufgabe, der sich die neugierigen, leistungswilligen Instrumentalisten des Festivalorchesters mit Hingabe widmen. Aber auch dem Dirigenten fordert das Werk höchste Präzision und Konzentration ab. Der polnische Dirigent Krzysztof Urbański, der im Jahr 2015 den Leonard Bernstein Award gewann, hat längst bewiesen, dass er die komplexe Partitur im Griff hat, das scheinbare Chaos zu ordnen weiß und das Orchester zu wahren Höhenflügen zu animieren vermag.

Schleswig-Holstein Festival Orchestra
Krzysztof Urbański, Dirigent
Igor Strawinsky:
»Le Sacre du printemps«
Sergei Prokofieff:
Skythische Suite
John Adams:
aus »Naïve and Sentimental Music«: 2. Satz: »Mother of the Man«

Samstag, 23. Juli 2022, 19:30 Uhr
Neumünster. Holstenhalle

Sol Gabetta

Sol & Bertrand

»Musik erinnert die Menschen daran, dass sie ein Herz haben. Und dass es Dinge, Gefühle, Spiritualität gibt, die ihren Verstand übersteigen«, so fasst die argentinische Cellistin Sol Gabetta die Essenz ihres Tuns und Denkens zusammen. Mit ihrem langjährigen Kammermusikpartner, dem französischen Pianisten Bertrand Chamayou, teilt Sol Gabetta diese Einstellung und sagt: »Ich liebe es,
mit Bertrand Recitals zu spielen.

Sol Gabetta, Violoncello
Bertrand Chamayou, Klavier

Montag, 8. August 2022, 20:00 Uhr
Hamburg, Elbpjilharmonie

Jan Lisiecki

»Poems of the Night«

Nicht erst, seit Jan Lisiecki im vergangenen Sommer mehrfach für die Pianistin und letztjährige Porträtkünstlerin Hélène Grimaud einsprang und zahlreiche umjubelte Konzerte mit verschiedenen Orchestern gab, gehört der Kanadier zu den festen und vertrauten Mitgliedern der SHMF-Familie. Im kommenden Juli ist Jan Lisiecki mit einem Soloprogramm, das sich ganz dem Klavierwerk von Frédéric Chopin widmet, zu erleben.

Jan Lisiecki, Klavier
»Poems of the Night«
Werke von Frédéric Chopin

 

Dienstag, 16. August 2022, 19:30 Uhr Wotersen, Reithalle

Midori

Johannes Brahms

Johannes Brahms’ bezauberndes Violinkonzert stellt zweifelsohne eine der strahlendsten Säulen der diesjährigen Komponisten-retrospektive dar. Nicht nur, dass es sich dabei wohl um eines der bedeutendsten Meisterwerke im OEuvre des Komponisten handelt, es gehört mit Sicherheit zu den wichtigsten Kompositionen dieser Gattung überhaupt. Den hoch anspruchsvollen Solopart übernimmt die Ausnahmegeigerin Midori, deren Spiel für Innigkeit und Reife, für Schönheit und Intimität steht.

 

Midori, Violine
Die Deutsche
Kammerphilharmonie Bremen
Tarmo Peltokoski, Dirigent

Johannes Brahms:
Violinkonzert D-Dur op. 77
Jean Sibelius:
Sinfonie Nr. 5 Es-Dur op. 82

 

Donnerstag,  18. August 2022,
19:30 Uhr Flensburg,
Deutsches Haus
Foto:

Schleswig-Holstein Musik Festival '21

Rückblende und Erinnerung

Ein besonderer konzeptioneller Schwerpunkt ist der des Porträtkünstlers: Ein herausragender Musiker wird dazu eingeladen, den Festivalsommer in Schleswig-Holstein zu verbringen und mit seinem Instrument bis zu 20 Konzerte und Workshops zu veranstalten. Dabei ist er frei in der Programmplanung. Die Porträtkünstler der letzten Jahre waren Sol Gabetta 2014, Martin Grubinger 2015, András Schiff 2016, Avi Avital 2017, Sabine Meyer 2018, Janine Jansen 2019 und Xavier de Maistre 2020. Die Porträtkünstlerin des Jahres 2021 ist die französische Pianistin Hélène Grimaud.

Aussergewöhnliche Orte

Das SHMF will klassische Musik in festlicher Atmosphäre an außergewöhnlichen Orten einem breiten Publikum erlebbar machen. Die Konzerte finden in Schlössern und Herrenhäusern, Scheunen und Ställen sowie in den schönsten Kirchen Schleswig-Holsteins statt. Aber auch besondere Konzertorte wie Werften und alte Industriehallen bilden eine stimmungsvolle Kulisse für Darbietungen, die sonst den Besuchern renommierter Konzerthallen und Opernhäuser vorbehalten bleiben.

Das 1986 gegründete Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) zählt zu den größten Flächenfestivals der Welt. Es bespielt Schleswig-Holstein und Hamburg sowie Teile von Dänemark und Niedersachsen. Der Schwerpunkt liegt auf der klassischen Musik, aber auch andere Genres wie Pop, Jazz, Theater, Elektro, Klezmer, Comedy, Lesungen u. a. kommen zur Aufführung.

Mit dem umjubelten russischen Pianisten Daniil Trifonov beschließt das Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) an diesem Wochenende die Festivalsaison: Am Sonntag, 29. August, ist er gemeinsam mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester unter der Leitung von Alan Gilbert im Kieler Schloss zu erleben und widmet sich Sergei Rachmaninoffs leidenschaftlichem Klavierkonzert Nr. 2. Auf dem Programm steht außerdem die Sinfonie Nr. 4, »Das Unauslöschliche« aus der Feder des dänischen Komponisten Carl Nielsen. Das Konzert ist ausverkauft. Es ist ein Geschenk des NDR an das Festival und sein Publikum und wird live von NDR Kultur im ARD Radiofestival übertragen.

Nach dem Abschlusskonzert geht das SHMF in diesem Jahr in eine hochkarätig besetzte Verlängerung: In der Elbphilharmonie Hamburg treten vom 30. August bis zum 5. September Ivo Pogorelich, Milow, Sabine Meyer & Friends sowie Alice Sarah Ott auf. Am 30. August ist in der Lübecker Musik- und Kongresshalle außerdem Anne-Sophie Mutter gemeinsam mit ihrem Klavierpartner Lambert Orkis zu erleben.

Jazz Baltica 30. Geburtstag am Timmendorfer Strand

Jazz Baltica '21

Jazz Baltica

 14.500 Besucherinnen und Besucher feierten vom 24. bis zum 27. Juni die Wiederauferstehung der Festivalkultur und den 30. Geburtstag von JazzBaltica in Timmendorfer Strand. Insgesamt 37 Konzerte, Talks und Sessions stießen auf großes Interesse und lockten auch viele Passanten spontan zum Festivalgelände.

 

 

Erst eine Woche vor Festivalbeginn hatten die Veranstalter die Genehmigung für JazzBaltica erhalten. Diese war verbunden mit einer Reihe von Auflagen wie z.B. dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auf dem Festivalgelände bis zum Sitzplatz, dem Registrieren vor Ort, z.B. über die Luca App oder besonders rechtzeitigem Erscheinen zur Vermeidung von Schlangenbildung. »Ich bin hochzufrieden – das Publikum hat sich respektvoll und

verantwortungsbewusst verhalten. Trotz der Auflagen war die Stimmung zu jeder Zeit gelöst, sodass wir eine uneingeschränkt wunderbare Festivalatmosphäre genießen konnten«, sagt Jörg Plagmann, Leiter der Konzertorganisation.

 

 

Zur Festivalatmosphäre trug außerdem nicht nur das gute Wetter bei, sondern auch die Lage der neuen MainStage im Strandpark: Zwischen hohen, und zu später Stunde bunt illuminierten Bäumen saßen die Besucherinnen und Besucher in luftigem Abstand auf Duo-Plätzen und erlebten endlich die Konzerte, für die sie vor rund 15 Monaten Tickets erworben hatten. Damals wurde JazzBaltica coronabedingt auf 2021 verschoben, die Karten behielten ihre Gültigkeit.

 

Mit einjähriger Verzögerung traten auf der MainStage nun Jazzgrößen wie Wolfgang Muthspiel, Viktoria Tolstoy und Raul Midón auf. Zu erleben waren Ensembles wie das Fabia Mantwill Orchestra, 4 Wheel Drive, das Quartett KLARO!, das Duo Tonbruket und die NDR Bigband, die den amerikanischen Gitarristen Kurt Rosenwinkel zu sich auf die Bühne eingeladen hatte. Auch das Familienkonzert fand auf der MainStage statt – die Geschichte von Nasenbär Erwin, der mit seiner Nase tröten kann, wurde von der NDR Bigband musikalisch begleitet und von Schauspieler Jörg Kleeman mit viel Enthusiasmus erzählt.

Das Sonderkonzert am Donnerstagabend, 24.6., gestalteten zunächst die Jazzpianisten Rainer Böhm und David Helbock und anschließend das JazzBaltica Ensemble Special Edition, das bis in den späten Abend hinein den 30. Geburtstag des Festivals zelebrierte.


Fotografien innerhalb dieser Präsentation: Axel Nickolaus, Felix Broede, Ventre Foto, Nancy Horowitz, Bailey Davidson, Guy Hecht, HG Mozartsilvestro, Kroger Dorfmuller, Marco Borggreve, Daniel Weth, Schleswig-Holstein Musik Festival. 

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»Der andauernde Angriff auf die Ukraine hält die Welt in Atem, Bilder des furchtbaren Leids erreichen uns von allen Seiten. Dieser Bruch des Völkerrechts inmitten Europas ist ein schwerer Schlag für die Demokratie. Und auch für alle Kulturschaffenden, die den Dialog zwischen den Völkern verkörpern. Die Stärke des Schleswig-Holstein Musik Festival, der JazzBaltica und der Kulturwerft Gollan ist es, Menschen zu verbinden. Unsere Anteilnahme und Solidarität möchten wir mit einem Benefizkonzert zum Ausdruck bringen«, erklären Dr. Christian Kuhnt, Intendant des SHMF, und Thilo Gollan von der Kulturwerft Gollan.

 

Für das Konzert konnte eine hochkarätige Besetzung gewonnen werden: Es moderiert und musiziert der schwedische Jazzposaunist und künstlerische Leiter von JazzBaltica Nils Landgren mit langjährigen musikalischen Freunden, der Sängerin und Pianistin Ida Sand und dem Gitarristen Johan Norberg. Sabine Meyer, Klarinettistin und SHMF Porträtkünstlerin 2018 ist gemeinsam mit Reiner Wehle am Bassethorn und Florian Uhlig am Klavier auf der Bühne zu erleben. Außerdem tritt die ukrainische Mezzosopranistin Zoryana Kushpler gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester, der Pianistin Olena Kushpler auf.